14 Maklerprovisionen im Überblick

14 Maklerprovisionen im Überblick

Du stehst vor dem Kauf oder Verkauf einer Immobilie und fragst dich, welche Maklerprovisionen auf dich zukommen und wie diese sich zusammensetzen? Die Höhe und Verteilung der Maklergebühr kann je nach Bundesland, Art der Immobilie und individueller Vereinbarung erheblich variieren. Eine klare Kenntnis dieser Kosten ist essenziell, um dein Budget realistisch zu planen und unerwartete Ausgaben zu vermeiden.

Das sind die beliebtesten Maklerprovisionen Überblick Produkte

Keine Produkte gefunden.

Der Immobilienmakler: Deine Schlüsselperson im Transaktionsprozess

Ein qualifizierter Immobilienmakler ist weit mehr als nur ein Vermittler. Er ist dein strategischer Partner, der über Marktkenntnis verfügt, den Wert deiner Immobilie professionell einschätzt, gezielte Marketingstrategien entwickelt und dich durch den komplexen Prozess der Immobilienvermittlung führt. Von der ersten Besichtigung bis zur Schlüsselübergabe agiert der Makler als Drehscheibe für alle Beteiligten. Seine Expertise spart dir Zeit, Nerven und potenziell viel Geld, indem er den bestmöglichen Preis erzielt und rechtliche Fallstricke vermeidet. Die Maklerprovision ist seine Vergütung für diese umfassende Dienstleistung.

Gesetzliche Regelungen und Marktübliche Sätze der Maklerprovision

In Deutschland ist die Maklerprovision nicht gesetzlich fixiert, orientiert sich aber stark an marktüblichen Sätzen. Diese Sätze sind regional unterschiedlich und können auch je nach Objektart (Wohnimmobilie, Gewerbeimmobilie, Grundstück) variieren. Seit der Gesetzesänderung im Dezember 2020 wird die Maklerprovision bei Kaufverträgen für Wohnungen und Einfamilienhäuser in der Regel zwischen Käufer und Verkäufer geteilt. Dies bedeutet, dass sowohl der Käufer als auch der Verkäufer einen Anteil an der Maklerprovision tragen, wobei dieser Anteil meist 50% der Gesamtprovision ausmacht. Die genaue Höhe der Provision wird im Maklervertrag festgehalten und kann zwischen 3% und 7% des Kaufpreises zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer liegen.

Die Maklerprovision: Eine Aufschlüsselung der verschiedenen Komponenten

Die Maklerprovision ist eine prozentuale Vergütung, die sich in der Regel auf den erzielten Kaufpreis oder Mietpreis bezieht. Sie deckt eine Vielzahl von Dienstleistungen ab, die der Makler erbringt:

  • Objektbewertung: Professionelle Ermittlung des Marktwertes deiner Immobilie.
  • Marketing und Bewerbung: Erstellung von Exposés, Online-Listings, Fotoshootings und ggf. Printanzeigen.
  • Besichtigungstermine: Organisation und Durchführung von Einzel- und Sammelbesichtigungen.
  • Bonitätsprüfung: Überprüfung der finanziellen Leistungsfähigkeit potenzieller Käufer oder Mieter.
  • Verkaufsverhandlung: Führung von Preis- und Vertragsverhandlungen im Interesse des Auftraggebers.
  • Vertragsabwicklung: Unterstützung bei der Erstellung des Kauf- oder Mietvertrages und Begleitung zum Notartermin.
  • Beratung und Betreuung: Kontinuierliche Information und Unterstützung während des gesamten Prozesses.

Regionale Unterschiede der Maklerprovision in Deutschland

Die Höhe der Maklerprovision kann sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. Während in einigen Regionen die Sätze tendenziell höher sind, sind sie in anderen moderater. Diese Unterschiede spiegeln oft die lokale Marktdynamik, die Nachfrage und das Angebot sowie die Wettbewerbssituation unter den Maklern wider.

  • Bundesländer mit tendenziell höheren Provisionen: Oft in Ballungszentren und Regionen mit hoher Nachfrage.
  • Bundesländer mit tendenziell niedrigeren Provisionen: Gegebenenfalls in ländlicheren Gebieten oder Regionen mit geringerer Nachfrage.

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Unterschiede nicht starr sind und individuelle Vereinbarungen immer eine Rolle spielen.

Maklerprovision beim Kauf von Bestandsimmobilien

Beim Kauf einer bestehenden Wohnimmobilie ist die geteilte Maklerprovision, wie sie seit 2020 üblich ist, die gängige Praxis. Das bedeutet, dass sowohl Käufer als auch Verkäufer einen Teil der Maklergebühr tragen. Die Gesamtprovision liegt hier oft zwischen 5% und 7% des Kaufpreises (zzgl. MwSt.).

  • Verkäuferanteil: Oft 3,57% des Kaufpreises inkl. MwSt. (wenn der Makler für beide Parteien tätig war).
  • Käuferanteil: Oft 3,57% des Kaufpreises inkl. MwSt.

Es gibt jedoch auch Fälle, in denen der Verkäufer die gesamte Provision trägt, insbesondere wenn der Makler ausschließlich vom Verkäufer beauftragt wurde und dies im Vertrag so vereinbart ist.

Maklerprovision beim Kauf von Neubauimmobilien

Bei Neubauprojekten, insbesondere von Bauträgern, kann die Provisionsregelung abweichen. Oftmals ist der Makler vom Bauträger beauftragt, und die Provision wird nur vom Bauträger gezahlt. In einigen Fällen kann es auch hier zu einer Teilung kommen, was jedoch seltener vorkommt.

  • Provision durch Bauträger: Die gängige Praxis ist, dass der Bauträger die Maklerprovision vollständig übernimmt.
  • Mögliche Vereinbarungen: In Ausnahmefällen kann eine geteilte Provision oder eine Provision, die vom Käufer getragen wird, vereinbart werden.

Es ist unerlässlich, dies vorab genau zu klären.

Maklerprovision bei Vermietung von Wohnraum

Bei der Vermietung von Wohnraum greift das Bestellerprinzip. Das bedeutet, dass derjenige, der den Makler beauftragt hat, auch die Provision zahlt. In den meisten Fällen ist dies der Vermieter.

  • Bestellerprinzip: Wer den Makler bestellt, bezahlt ihn.
  • Höhe der Provision: Üblicherweise entspricht die Provision maximal zwei Kaltmieten zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer.

Diese Regelung soll Mieter vor hohen Vorauszahlungen schützen.

Maklerprovision bei Vermietung von Gewerberäumen

Die Regeln für Gewerbemietobjekte sind flexibler. Hier gibt es kein Bestellerprinzip im strengen Sinne. Die Provision wird in der Regel zwischen Mieter und Vermieter verhandelt und geteilt. Die Höhe kann stark variieren und hängt von der Art des Objekts und der Dauer des Mietvertrages ab.

  • Verhandlungssache: Provision wird individuell vereinbart.
  • Übliche Sätze: Können zwischen 2 und 6 Monatskaltmieten liegen, aufgeteilt zwischen beiden Parteien.

Sonderfälle und spezielle Vereinbarungen bei der Maklerprovision

Neben den Standardfällen gibt es verschiedene Situationen, die zu abweichenden Provisionsregelungen führen können:

  • Makleralleinauftrag: Hier beauftragt eine Partei (meist der Verkäufer) einen Makler exklusiv mit der Vermarktung. Die Provision wird in der Regel vollständig vom Auftraggeber getragen.
  • Nachprovision: Tritt ein Kaufvertrag nach Ablauf des Maklervertrages, aber innerhalb einer vereinbarten Nachfrist aufgrund der Nachweis- oder Vermittlungstätigkeit des Maklers zustande, kann eine Nachprovision fällig werden.
  • Maklercourtage bei Teilung: Bei der Teilung von Immobilien oder bei komplexen Transaktionen können gesonderte Vereinbarungen getroffen werden.

Die Rolle der Umsatzsteuer auf die Maklerprovision

Auf die vereinbarte Maklerprovision wird stets die gesetzliche Umsatzsteuer erhoben. Aktuell beträgt diese 19%. Es ist wichtig, dies bei der Kalkulation der Gesamtkosten zu berücksichtigen.

  • Umsatzsteuersatz: Aktuell 19%.
  • Gesamtkosten: Maklerprovision + Umsatzsteuer.

Die Maklerprovision im Überblick – Eine Tabellarische Darstellung

Kategorie Typische Provision (in % des Kauf-/Mietpreises zzgl. MwSt.) Zahlender Hinweise
Kauf von Wohnimmobilien (Bestandsgebäude) 3,57% (für Käufer und Verkäufer) Gekoppelt: Käufer und Verkäufer teilen sich die Provision. Seit 2020 gesetzlich verankerte Teilung. Gesamtprovision ca. 7,14%.
Kauf von Neubauimmobilien (Bauträger) 0% (oftmals) Bauträger Makler wird in der Regel vom Bauträger bezahlt. Nachfragen empfohlen.
Vermietung von Wohnraum Max. 2 Nettokaltmieten Bestellerprinzip: Der Besteller zahlt. Meist der Vermieter. Ausnahme: Mieter sucht aktiv und beauftragt selbst.
Vermietung von Gewerberäumen 2-6 Monatsnettokaltmieten (verhandelbar) Verhandelbar: Oft geteilt zwischen Mieter und Vermieter. Kein Bestellerprinzip. Starke Verhandlungsbasis.
Verkauf von Grundstücken 3-7% (verhandelbar) Meist Verkäufer, kann geteilt werden. Abhängig von Wert und Komplexität.
Verkauf von Gewerbeimmobilien 3-7% (verhandelbar) Meist Verkäufer, kann geteilt werden. Ähnlich wie bei Grundstücken, hohe Varianz.

Die Maklerprovision bei der Versteigerung

Im Rahmen einer Zwangsversteigerung fällt keine klassische Maklerprovision an, da die Vermittlung durch das Gericht oder die Bieterrunde erfolgt. Ein Makler kann jedoch im Vorfeld beratend tätig werden und eine separate Honorarvereinbarung treffen.

  • Keine gesetzliche Maklerprovision: Die Vermittlung erfolgt gerichtlich.
  • Beratungsleistung: Honorarvereinbarung für zusätzliche Beratung möglich.

Tipps zum Umgang mit der Maklerprovision

Die Maklerprovision ist oft ein signifikanter Kostenfaktor. Hier sind einige Tipps, um damit umzugehen:

  • Frühzeitig informieren: Kläre die Provisionshöhe und -verteilung bereits im Erstgespräch.
  • Maklervertrag prüfen: Lies das Kleingedruckte sorgfältig durch.
  • Verhandeln: Insbesondere bei hochpreisigen Objekten oder in einem umkämpften Markt ist Verhandlungsspielraum gegeben.
  • Leistungsumfang verstehen: Stelle sicher, dass die Provision die erbrachten oder zu erwartenden Dienstleistungen widerspiegelt.
  • Nebenkosten einplanen: Berücksichtige die Provision als Teil der Gesamtkosten für Kauf oder Verkauf.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu 14 Maklerprovisionen im Überblick

Was passiert, wenn der Kaufvertrag platzt, obwohl ein Makler involviert war?

Wenn der Kaufvertrag ohne Verschulden des Maklers oder einer der Parteien platzt, z.B. wegen fehlender Finanzierung (trotz Bemühungen), besteht in der Regel kein Anspruch auf die Maklerprovision. Dies sollte jedoch im Maklervertrag klar geregelt sein.

Kann die Maklerprovision verhandelt werden?

Ja, die Maklerprovision ist in vielen Fällen verhandelbar. Dies gilt insbesondere bei hochpreisigen Immobilien, umfangreichen Objekten oder wenn der Makler eine besondere Expertise mitbringt. Eine offene Kommunikation über Erwartungen und Leistungen kann hier hilfreich sein.

Welche Rolle spielt die Maklerprovision bei Erbschaftsimmobilien?

Bei der Veräußerung einer Erbschaftsimmobilie gelten die üblichen Regeln für den Verkauf von Immobilien. Wenn ein Makler beauftragt wird, ist die Provision – seit der Gesetzesänderung 2020 – in der Regel zwischen Erben (Verkäufer) und Käufer geteilt.

Gibt es Unterschiede bei der Maklerprovision für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser?

Nein, für den Kauf von Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern gilt seit 2020 in der Regel das gleiche Teilungsprinzip der Maklerprovision zwischen Käufer und Verkäufer.

Wie wird die Maklerprovision berechnet, wenn der Kaufpreis vom Angebot abweicht?

Die Maklerprovision wird üblicherweise auf den tatsächlich erzielten Kaufpreis berechnet, der im notariellen Kaufvertrag festgehalten ist. Wenn der endgültige Kaufpreis vom ursprünglichen Angebot abweicht, wird die Provision auf diesen neuen Betrag angewendet.

Was ist der Unterschied zwischen einer Vermittlungsprovision und einer Nachprovision?

Die Vermittlungsprovision ist die Vergütung für die erfolgreiche Vermittlung und den Abschluss eines Kauf- oder Mietvertrages. Die Nachprovision bezieht sich auf Fälle, in denen der Vertrag innerhalb einer vereinbarten Nachfrist nach Ende des Maklervertrages zustande kommt, die Ursache aber auf der früheren Tätigkeit des Maklers beruht.

Ist die Maklerprovision steuerlich absetzbar?

Beim Kauf einer Immobilie können die Kosten für den Makler im Rahmen der Kaufnebenkosten als Teil der Anschaffungskosten angesetzt werden, was sich indirekt auf die spätere Besteuerung auswirkt. Für Verkäufer ist die Maklerprovision in der Regel als Werbungskosten oder Betriebsausgaben absetzbar, wenn die Immobilie vermietet war oder gewerblich genutzt wurde.

Bewertungen: 4.8 / 5. 778